Steuern für Ferienimmobilien in Spanien im Überblick: Lohnt sich ein Investment?

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15.10.2025

Spanien bleibt für viele Immobilienkäufer aus Deutschland ein Traumziel. Die Vorstellung ist verlockend: Eine kleine Finca auf Mallorca, ein Apartment an der Costa Brava oder ein Ferienhaus in Andalusien. Doch bevor der Traum wahr wird, sollte man sich intensiv mit der steuerlichen Realität auseinandersetzen. Die spanische Steuerlandschaft unterscheidet sich deutlich von der deutschen – und wer hier nicht aufpasst, erlebt böse Überraschungen.

Die Grunderwerbsteuer als erster Kostenfaktor

Beim Kauf einer Ferienimmobilie in Spanien fällt zunächst die Grunderwerbsteuer an. Je nach Region variiert diese zwischen 6 und 10 Prozent des Kaufpreises. Auf den Balearen liegt sie beispielsweise bei 8 Prozent, in Valencia bei 10 Prozent. Hinzu kommen Notarkosten, Registergebühren und die Gebühr für die Eintragung ins Grundbuch. Insgesamt sollte man mit Nebenkosten von etwa 10 bis 13 Prozent des Kaufpreises rechnen. Wer sich hier professionelle Unterstützung holen möchte, findet zum Beispiel bei einer spezialisierten Steuer-und Rechtsberatung in Offenbach kompetente Ansprechpartner, die mit grenzüberschreitenden Immobiliengeschäften vertraut sind.

Laufende Steuerpflichten – mehr als gedacht

Nach dem Kauf beginnt die eigentliche steuerliche Herausforderung. Immobilienbesitzer in Spanien müssen jährlich verschiedene Steuern zahlen, selbst wenn die Immobilie nicht vermietet wird. Die Gemeindesteuer (IBI) entspricht der deutschen Grundsteuer und variiert je nach Lage und Gemeinde. In touristischen Hotspots kann sie durchaus mehrere hundert bis über tausend Euro pro Jahr betragen.

Dazu kommt die sogenannte Einkommensteuer auf fiktive Einkünfte. Klingt absurd, ist aber Realität: Wer seine Immobilie selbst nutzt und nicht vermietet, muss trotzdem eine fiktive Miete versteuern. Diese wird mit 1,1 bis 2 Prozent des Katasterwertes angesetzt. Auf diesen Betrag fallen dann 19 bis 24 Prozent Einkommensteuer an – je nachdem, ob man in der EU ansässig ist oder nicht.

Vermietung bringt weitere Pflichten

Wer die Ferienimmobilie vermieten möchte, um laufende Kosten zu decken, muss die Mieteinnahmen in Spanien versteuern. Die Steuerlast beträgt 19 Prozent für EU-Bürger, 24 Prozent für Nicht-EU-Bürger. Wichtig: Auch in Deutschland müssen diese Einkünfte in der Steuererklärung angegeben werden. Zwar wird die in Spanien gezahlte Steuer angerechnet, doch der bürokratische Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Viele Regionen Spaniens, von den pulsierenden Küstenstädten bis zu ruhigen Bergdörfern, bieten unterschiedliche touristische Potenziale.

Bei der Vermietung gibt es zudem regionale Besonderheiten zu beachten. Auf den Balearen beispielsweise wurde die Kurzzeitvermietung in den letzten Jahren stark reguliert. Lizenzen sind Pflicht, und die Verstöße werden mit empfindlichen Geldstrafen geahndet. Die Vermietungseinnahmen müssen quartalsweise gemeldet werden, und es fällt zusätzlich noch die spanische Mehrwertsteuer an.

Der Verkauf – Spekulationssteuer inklusive

Beim späteren Verkauf der Immobilie wird es nochmal teuer. Spanien erhebt eine Spekulationssteuer auf den Veräußerungsgewinn, die je nach Höhe des Gewinns zwischen 19 und 26 Prozent liegen kann. Hinzu kommt die Wertzuwachssteuer der Gemeinde (Plusvalía Municipal), die auf Basis der Wertsteigerung des Grundstücks berechnet wird. Auch hier können schnell mehrere tausend Euro zusammenkommen.

Ein zusätzlicher Stolperstein: Beim Verkauf behält der Notar automatisch 3 Prozent des Kaufpreises ein und überweist diese direkt ans Finanzamt. Diese Summe wird später mit der tatsächlichen Steuerschuld verrechnet – aber bis zur Rückzahlung vergehen oft Monate.

Lohnt sich das Investment dennoch?

Die steuerliche Belastung ist zweifellos erheblich. Trotzdem kann sich der Kauf einer Ferienimmobilie in Spanien lohnen – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Wer die Immobilie hauptsächlich selbst nutzt und weniger auf Rendite schielt, kann dennoch profitieren. Die Lebensqualität, das Klima und die persönliche Freude an der eigenen Immobilie lassen sich nicht in Euro messen.

Für rentabilitätsorientierte Käufer gilt: Eine gründliche Kalkulation ist unerlässlich. Die Bruttomietrenditen liegen in beliebten Küstenregionen oft bei 4 bis 6 Prozent – nach Abzug aller Steuern, Nebenkosten und Verwaltungsaufwand bleibt meist deutlich weniger übrig. Wer ernsthaft investieren möchte, sollte sich von lokalen Experten beraten lassen. Erfahrene Immobilienmakler kennen nicht nur den Markt, sondern auch die regionalen steuerlichen Besonderheiten und können bei der Auswahl der richtigen Immobilie helfen.

Fazit: Augen auf beim Immobilienkauf

Spanien bleibt ein attraktiver Immobilienmarkt – aber nur für gut informierte Käufer. Die steuerlichen Pflichten sind komplex und nicht zu unterschätzen. Wer sich vorab gründlich informiert, professionelle Beratung einholt und realistisch kalkuliert, kann dennoch ein lohnenswertes Investment tätigen. Der Schlüssel liegt in der sorgfältigen Vorbereitung und einem klaren Verständnis aller steuerlichen Verpflichtungen.